Berlins Piratenfraktion : Politisch unreif

Sie streiten wieder, die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus. Aber nicht mit dem politischen Gegner, sondern untereinander. Wie schon so oft. Jetzt sucht Fraktionschef Christopher Lauer eine undichte Stelle in seiner Fraktion, über die Gerüchte über ihn gezielt an die Öffentlichkeit gelangt sein sollen. Weil ihm diese Form der Transparenz so gar nicht gefällt, droht er beleidigt mit Sanktionen bis hin zum Fraktionsausschluss. Über diese Form von Führungsstil muss man sich doch sehr wundern. Es zeugt nicht von politischer Reife, eine kleine persönliche Intrige so hoch zu hängen. Der Fraktionsausschluss ist ein Mittel, wenn ein Abgeordneter massiv der Fraktion schadet oder ihren politischen Grundsätzen zuwiderhandelt. Außerdem sollte ein Fraktionsvorsitzender seine Aufgabe nicht darin sehen, die übrigen Mitglieder durch Strafen disziplinieren zu wollen. Das sollte man nach anderthalb Jahren im Abgeordnetenhaus gelernt haben. In der heutigen Fraktionssitzung wird es wohl ordentlich zur Sache gehen. Die Öffentlichkeit soll diesmal draußen bleiben. Vielleicht will diese dem Spektakel auch gar nicht weiter zusehen. Die jüngsten bundesweiten Umfragewerte zeigen, dass sie der Piraten und ihrer internen Kontroversen ziemlich überdrüssig geworden ist. Streit allein zieht nicht. sik

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