Berlins S-Bahn : Bis es klemmt

Sparen, bis es quietscht. Was der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit einst für den Senat angekündigte hatte, wurde von der S-Bahn so umgesetzt, dass es dort jetzt heftig klemmt.

Klaus Kurpjuweit

Um dem Mutterkonzern Bahn AG möglichst viel Geld überweisen zu können, hat das Berliner Nahverkehrsunternehmen die Zahl der Fahrzeuge drastisch verringert und Werkstätten geschlossen. Und jetzt haben die Fahrgäste den Salat. Weil die Züge häufiger als vorgesehen geprüft werden müssen, fehlen nun Fahrzeuge und Werkstätten. Die Bahnen, die mit weniger Wagen fahren als geplant, sind oft rappelvoll; zum Teil finden Fahrgäste gar keinen Platz mehr und müssen draußen bleiben. Unverständlich ist, dass der Senat diesem seit Jahren praktizierten Kurs der S-Bahn einfach nur zugesehen hat. Dabei überweist das Land dem Unternehmen jährlich rund 225 Millionen Euro als Zuschuss für den Betrieb. Auch wenn diese Summe nur weitergereichtes Geld aus der Bundeskasse ist, hätte der Senat darauf achten müssen, dass von diesen Millionen die Fahrgäste profitieren und nicht die Kasse der großen Bahn aufgefüllt wird, in der im vergangenen Jahr immerhin 56,3 Millionen Euro von der S-Bahn aus Berlin versickert sind. Es wird Zeit, dass der Senat eingreift, bevor die ganze S-Bahn entgleist. kt

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