Berlins Sozialstruktur : In der Armutsfalle

Statt zu handeln, lassen Wowereit und Rot-Rot seit 2002 die Stadt immer tiefer in die Armutsfalle treiben. Dabei ist klar, was zu tun ist.

Ralf Schönball

Auch Schreckensmeldungen kann man routiniert wegverwalten. Darin sind Berliner Politiker geübt. Da färben sich immer größere Teile der sozialen Landkarte tiefrot, weil sich dort Menschen mit geringem Einkommen, wenig Bildung und null Chancen auf dem Arbeitsmarkt ballen. Und den Senatorinnen Katrin Lompscher (Gesundheit) und Heidi Knake-Werner (Soziales) fällt bei der Vorstellung des „Sozialstrukturatlasses“ nur eines ein: Der Bund sei schuld, die Hartz-IV-Gesetze und die Gesundheitsreform, sagen sie. Der Schwarze Peter ist gefunden, mit dem Segen des Regierenden. Denn Klaus Wowereits Wort – „Berlin ist arm, aber sexy“ – ist auch eine Einladung, bei Armut wegzusehen. So wird Berlins Zukunft verspielt. In den Brennpunkten leben besonders viele Kinder. Wenn man diese alleine lässt in Quartieren und Familien, die keinen Wert auf Schule und Ausbildung mehr legen, dann schrumpft die Zahl der Erwerbstätigen in der Stadt weiter. Dieses Problem ist schon lange bekannt. Und die Experten wissen, was zu tun ist: Kitas und Schulen, Sozialämter, Polizei und Richter sowie Stadtplaner müssen gemeinsam die gefährdeten Gebiete in Modellprojekte verwandeln. Das sollte also Chefsache sein. Doch statt zu handeln, lassen Wowereit und Rot-Rot seit 2002 die Stadt immer tiefer in die Armutsfalle treiben. ball

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