Berlins Vorschulkinder : Deutsche Sprache

Gut jedes sechste Kind, das in Berlin eingeschult wird, hat sprachliche Defizite. Längst gehören nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund dazu; auch in der deutschen Unterschicht gibt es viele Jungen und Mädchen, die nicht richtig Deutsch sprechen können. Dass man diese Entwicklung nicht hinnehmen kann, ist allen Politikern klar. Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh bringt die Kitapflicht ab drei Jahren ins Gespräch, die CDU liebäugelt mit der Wiedereinführung der vor einigen Jahren abgeschafften Vorschule, die Grünen setzen auf bessere Qualität der Kitas. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat nun auch einen Vorschlag: Sie will nicht erst ein Jahr, sondern anderthalb Jahre vor der Einschulung testen lassen, wie es um die Sprachfähigkeit der Kinder steht. Damit soll früher und energischer gegengesteuert werden, wenn sich Schwierigkeiten abzeichnen. Das mag im ersten Schritt vernünftig sein, um jetzt wenigstens schnell etwas unternehmen zu können. Aber letztlich ist eine solche Maßnahme nur ein schnellerer Reparaturbetrieb und wird langfristig nicht ausreichen. Ziel sollte sein, solche sprachlichen Defizite gar nicht erst entstehen zu lassen. sik

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