Berlins Wasserpreise : Alles fließt

In Berlin ist Wasser teuer. Eine Ursache der hohen Preise ist die teilweise Privatisierung der Berliner Wasserbetriebe zu Konditionen, die der freundlichen Überlassung einer Gelddruckmaschine gleichen.

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Verwässert. Über 7800 Trinkwasserleitungs- und 9500 Abwasserkanalkilometer versorgen die städtischen Betriebe die 3,4 Millionen Bewohner Berlins – und 300 000 Menschen im Umland dazu.
Verwässert. Über 7800 Trinkwasserleitungs- und 9500 Abwasserkanalkilometer versorgen die städtischen Betriebe die 3,4 Millionen...Foto: picture-alliance/ dpa

In deutschen Ländern gab es das noch nie: ein Volksbegehren, dem auch die Regierung ehrlichen Herzens Beifall zollt. Vielleicht liegt es daran, dass es ums Wasser geht, ein Grundelement allen Lebens. Leider ist es in Berlin teuer, und das empört alle, die einen Wasserhahn bedienen können.

Eine Ursache der hohen Preise ist die teilweise Privatisierung der ehemals landeseigenen Berliner Wasserbetriebe – und dies zu Konditionen, die der freundlichen Überlassung einer Gelddruckmaschine gleichen.

Die Verträge, denen CDU, SPD und FDP vor einem Jahrzehnt zustimmten, werden bis heute geheim gehalten. Das war eine Forderung der Investoren, die aber politisch nicht mehr durchhaltbar ist. Schon lange nicht mehr, denn der Ärger über die Wassertarife ist groß. Und weil sich die Bürger parteiübergreifend so ärgern, wird der Volksentscheid zur Offenlegung der Verträge ein überwältigender Erfolg werden. Auch wenn das Gesetz, das zur Abstimmung steht, juristisch gesehen ein Abenteuer ist. Egal. Jetzt sind sogar die Investoren bereit, Vertragsgeheimnisse zu lüften. Warum? Weil sie wissen, dass die Veröffentlichung von Papieren nicht preissenkend wirkt. za

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