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Bernd Riexinger: : „Lasst die Farbe Rot Mode werden“

05.06.2012 00:00 Uhrvon
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Foto: Reuters - Foto: REUTERS

Niemand kennt ihn - weder in der eigenen Partei noch außerhalb. Nun ist der Unbekannte Bernd Riexinger Co-Chef der Linkspartei. Ein Porträt.

Selbst die neue Parteichefin Katja Kipping hat nur eine ungefähre Ahnung davon, wer ihr da von Oskar Lafontaine & Co. als Kompagnon aufgedrückt wurde. Gleich nach der Wahl von Bernd Riexinger zum Vorsitzenden sagte Kipping am späten Samstagabend in Göttingen, sie und Riexinger wollten sich jetzt zurückziehen „und uns etwas besser kennenlernen“. Für viele Genossen steht das noch an. Und selbst in seiner Heimatstadt Stuttgart ist der Verdi-Bezirkschef keine Größe. Auf dem samstäglichen Wochenmarkt auf dem Bihlplatz im „roten“ Stadtteil Heslach konnte er bislang unbeachtet Obst und Gemüse einkaufen.

Wahlerfolge waren es auch nicht, mit denen der Schwabe auf sich aufmerksam machte.

2006, ein Jahr nach dem fulminanten Start des Linksbündnisses bei der Bundestagswahl, kämpfte Riexinger für einen Einzug der WASG in den Stuttgarter Landtag. Damals stapelten sich in seinem Büro die Wahlkampfzeitungen, auf der Titelseite ein Foto von Lafontaine, überschrieben mit dessen Forderung „Immer mehr Bürger verlangen eine echte Opposition“. Riexinger fand es „charmant“, dass bei der WASG – die sich offiziell erst ein Jahr später mit der PDS zur Linken zusammenschloss – „nicht alles so durchgestylt“ ist. Die Wähler weniger: Die WASG scheiterte mit 3,1 Prozent klar an der Fünfprozenthürde. Fünf Jahre später zeigte die Linke unter Riexingers Führung, dass auch das noch zu unterbieten ist. Bei der Wahl 2011 notierte sie nur noch bei 2,8 Prozent.

Wenn sich Riexinger bisher – selten genug – in die Bundespolitik einmischte, ging es meist um Machtkämpfe. Anfang 2010 unterzeichnete er einen Brief an Gregor Gysi und nannte den damaligen Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch wegen seines Konflikts mit Lafontaine „charakterlich mit einer Führungsaufgabe überfordert“. Riexinger sagt dazu heute, er habe das Schreiben gar nicht selbst entworfen, es habe auch gar nicht in die Öffentlichkeit kommen sollen. Später dann, Klaus Ernst war inzwischen Vorsitzender, verteidigte er den in der Debatte um Doppelbezüge. Es handele sich bei solcher Kritik um „querulatorische Einzelmeinungen“.

Riexingers Kritiker nennen ihn „langweilig“. Ulrich Maurer, mächtiger Strippenzieher bei den Südwest-Linken, dagegen spricht von einem „Friedensangebot“. Es sei darum gegangen, „neue und eher versöhnliche Leute rauszuschicken“. Maurer fügt hinzu: „Mal sehen, ob es wirkt. Wenn nicht, wird es Nacht.“

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