Meinung : Besser bald als nie

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Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi muss sich zwischen zwei Übeln entscheiden. Entweder er besteht darauf, dass die Parlamentswahlen im Irak wie geplant am 30. Januar stattfinden und riskiert, dass viele Sunniten sich nicht daran beteiligen werden, weil in ihren Gebieten die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Oder er verschiebt die Wahl und handelt sich Ärger mit den Schiiten und derem geistlichen Führer Ali al Sistani ein. Der will nämlich so schnell wie möglich eine schiitisch dominierte Regierung sehen, die durch Wahlen legitimiert ist. Es ist ein Dilemma, dem Allawi nicht entkommt. Da aber niemand weiß, ob die Sicherheitslage in einem halben Jahr wirklich besser sein wird, sollte er beim anvisierten Termin bleiben. Weil es wichtig ist, dass die Iraker ihr Schicksal sichtbar in die eigenen Hände nehmen und die Regierung sich nicht länger dem Verdacht aussetzt, Marionette der Amerikaner zu sein. Und weil Allawi den Rebellen unter den Sunniten so signalisiert, dass ihre Zerstörungswut letztlich nur ein Resultat haben wird – dass das relative Gewicht sunnitischer Stimmen bei der Wahl abnimmt. clw

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