Meinung : Betrug am Spiel

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Es sah schlecht aus um den Fortbestand des Abendlandes, als die Bundesanwaltschaft im Revisionsverfahren gegen Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer und andere Betrüger inmitten und am Rande des organisierten Fußballs einen Freispruch forderte. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes merkte gar an, es habe nur noch gefehlt, Hoyzer für das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen. Es spricht nicht für das Rechtsverständnis vieler Kritiker, dass sie in dem Antrag auf Freispruch eine Vorwegnahme des Urteils sahen, das der Bundesgerichtshof gestern fällte. Die Entscheidung fiel denn auch anders aus, als empörte Kritiker hatten suggerieren wollen: Hoyzer muss jetzt ins Gefängnis, die Strafe von zwei Jahren und fünf Monaten wurde bestätigt. Und doch sahen sich die Richter in eine schwer erträgliche Situation gebracht: Der 5. Strafsenat musste in seiner Begründung auf die Selbstverständlichkeit hinweisen, keinesfalls auf Druck der Öffentlichkeit gehandelt und deswegen ein populäres Urteil gefällt zu haben. Im Hoyzer-Prozess hat die deutsche Justiz gezeigt, dass sie mehr Vertrauen verdient. gol

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