Meinung : Bildung: Raus Rede: Ein bisschen viel von gestern

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Als Mahner für das Gemeinwohl ist Bundespräsident Johannes Rau mit seiner jüngsten Rede zur Bildungspolitik aufgetreten - diesmal bei der Wirtschaft. Wir stehen am Anfang einer neuen großen Bildungsreform, die es uns ermöglichen soll, in der globalen Wissensgesellschaft mitzuhalten. Diese Reformaufgabe hat der Bundespräsident im Blick und räumt "Nachholbedarf" bei Hochschulausbildung und technischem Wissen ein. Doch das ist nicht genug. Dazu muss eine ganzheitlichen Bildung, für den Geist und die Sinne kommen. Rau fordert, inzwischen ganz zeitgeistig, den Mut zur einer Erziehung, die Eigenverantwortung und solidarisches Handeln fördert. Doch dabei beschwört Rau indirekt das Schreckgespenst einer kalten unsolidarischen Gesellschaft herauf, die droht, wenn die Erziehungsaufgaben vernachlässigt werden. Doch sind das eigentlich noch die Auseinandersetzungen dieser Zeit? Rau sagt ganz offen, dass es das Versagen bei der letzten großen Bildungsreform in den 60er Jahren ist, die ihn zu diesen Worten veranlasst hat. Damals, gibt der erste Mahner der Republik zu bedenken, sei die ganze Diskussion in einer "ideologisch aufgeladenen Organisationsdebatte um die Schulform und die beste Hochschulform versandet". Ein Appell, der sich an die Eltern und Lehrer richtet, die sich noch daran erinnern. Für viele Jugendlichen sind diese alten Gegensätze indes oft gar keine mehr.

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