Bildungsgipfel : Knapp bemessen

Das Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten berechtigt zu einer Sorge: Bald wird den Ländern noch mehr Geld für Bildung und Forschung fehlen als jetzt.

Anja Kühne

Wenn alle etwas Gemeinsames tragen, kann sich das sehr positiv auswirken“, hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan soeben der „Bild“-Zeitung über Schuluniformen gesagt. Wären die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten zum Bildungsgipfel einheitlich in blauen Hemden und grauen Pullundern erschienen, hätten sie ihre Egoismen vielleicht leichter überwinden können – zum Dienst an der Allgemeinheit. Die Bundesregierung setzt die Länder finanziell unter Druck, um ihr Wahlversprechen Steuererleichterungen zu finanzieren. Also kommt er ihnen nun entgegen, indem er selbst einen Teil der 13 Milliarden Euro übernimmt, die noch fehlen, um den Zehn-Prozent-Anteil am Bip für Bildung und Forschung in 2015 zu erreichen. Dem Bildungswesen kann dieses Geschäft herzlich egal sein. Denn es bleibt ja bei der vorher schon künstlich niedrig gerechneten Summe von insgesamt 16 Milliarden Euro zusätzlich. Das tatsächliche Finanzierungsloch ist doppelt so groß. Merkels Bildungsrepublik ist in weiter Ferne: Riskant, wenn es stimmt, dass Deutschlands Wohlstand von Bildung und Forschung abhängt.akü

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