Bildungspolitik : Nicht Bund genug

Eine starke Hand – das wünschen sich viele für die Schulen. Wäre „mehr Bund“ in der Bildung, wäre die 6b bei Frau Müller exakt so weit in Englisch wie die 6a bei Frau Schulze, wird angenommen. Alle Siebtklässler würden im gleichen Tempo Fontanes „Unterm Birnbaum“ lesen, da wäre ein Umzug von Kiel nach Garmisch leicht. Und Deutschland wäre Pisa-Sieger. Natürlich würden nicht alle Schulträume wahr werden, wenn der Bund mitreden dürfte. Das Zusammenspiel von Schülern, Lehrern, Eltern und Gesellschaft ist viel zu komplex, als dass es zentralistisch gesteuert werden könnte. Mehr Bund braucht die Schule dennoch: Die Länder allein sind ihr nicht gewachsen. Finanziell nicht. Politisch schon gar nicht. Das Schulwesen ist so zerfasert, dass die Zukunft eines Kindes vom Schulort abhängt. Nur wer klare Prioritäten und Impulse setzt, kann den Analphabetismus bekämpfen, die Inklusion Behinderter vorantreiben und die Ganztagsschule ausbauen. Die Bundesregierung aber plant nur ein Reförmchen für die Unis. Denn besonders die Unionsländer pochen auf ihre „Eigenstaatlichkeit“ und die Verfassung. Dabei stimmt was mit der Verfassung nicht. akü

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