Meinung : Billiger Sound

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Ein Jahr große Koalition, das heißt auch: ein Jahr Kulturstaatsminister Neumann, CDU. Wem bisher nicht klar war, was den Lehrer aus Bremen für das Amt befähigt, der kann es jetzt erkennen: Dieser Mann hat Mut. Jetzt legt er sich sogar mit dem Regierenden Kulturbürgermeister von Berlin an. „Atemberaubend hemdsärmlig“ und „dreist“ sei Wowereit, weil der die Staatsoper an den Bund abtreten und das Humboldtforum nicht mehr mitbezahlen wolle. Andererseits: Ist das nicht auch atemberaubend unoriginell, den Regierenden so zu bezeichnen, und politisch völlig ungefährlich? Neumann benimmt sich wie ein Mitläufer bei einer Schulhofrauferei, der sich auf der stärkeren Seite wähnt. Sein Beitrag zur Kultur: Er liefert den billigen Sound für das Gespräch zwischen Merkel und Wowereit, das dieser Tage stattfinden soll. Viel mehr ist von ihm auch nicht zu erwarten. Vielleicht sollte sich Merkel wie Wowereit auch noch zur Chefin der Kultur ernennen. Die Verhandlungen mit dem Finanzminister über ein paar Euro mehr als die lächerlichen 340 Millionen, die der Bund derzeit für die Kultur in seiner Stadt ausgibt, erleichtert dies bestimmt. lom

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