Meinung : Biogasanlagen bauen statt Erdöl verbrauchen

Zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Die Karibik, dass ist das Paradies, dorthin träumen wir uns am Schreibtisch oder Werkbank und wenn wir es uns leisten können, dann fliegen wir im Urlaub dort hin. Die Menschen in Mexiko sind arm, trotz und gerade wegen des Öls. Auch der Süden der USA gehört zum ärmsten Teil der USA. Adam und Eva wurden aus dem Paradies verjagt für einen Apfel. Wir vernichten es, um ein Jahr länger an der Nadel der Ölimporte zu hängen. Mit schlampiger Technik.

Jeder Hausbesitzer in Berlin, der seinen Öltank nicht doppelwandig bauen lässt riskiert 50 000 Euro Strafe. Dort werden Millionen von Litern in einwandigen dünnen Leitungen und noch dünneren Schiffen die beim kleinsten Zusammenstoß reißen wie jüngst in Australien durch die schönsten Gewässer geleitet.

Dort wird unser Wetter gemacht, der Golfstrom, der ganz Europa heizt. Naiv von der Ministerin zu fordern, dass BP alles zahlen muss. Die zweite Katastrophe, die New Orleans heimsucht, wird der Region das wirtschaftliche Genick brechen. Aber wird es dazu führen, dass wir endlich Ernst machen mit Klimaschutz?

Peter Schrage-Aden,

Berlin-Wilmersdorf

Es ist ernüchternd, wieder und wieder eine Ölpest zu erleben. Verbindet sich mit Energieressourcen ein potenziell hohes Risiko der Umweltzerstörung, wird ihr Einsatz unverantwortbar.

Wir könnten den Kommunen und den Landwirten auf einfache Weise eine relativ stabile Einnahmequelle verschaffen, wenn wir mit ihnen gemeinsam eine nachhaltige, so weitgehend wie möglich lokale Energiewirtschaft aufbauten. Schon heute wird aus Biogas in Nordrhein- Westfalen für 800 000 Menschen Strom erzeugt, dazu noch reichlich Wärme. Biogas ist grundlastfähig, anders als Windkraft und Solarenergie. Wir verschwenden die Subventionen in Fotovoltaik.

Würden wir stattdessen in Biogasanlagen zur Verwertung von landwirtschaftlichen und biologischen Reststoffen bzw. Abfällen investieren, erreichten wir einen sehr viel besseren Preishebel für die Energiekunden. Wir verkehren die Dinge, wenn wir bei Bioenergie denjenigen auf den Leim gehen, die eine Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion herbeireden. Bioenergie kann in den Kreislauf der Nahrungsmittelproduktion integriert werden, sie ist nicht per se ein Konkurrenzprodukt.

Ralph-Robert Lichterfeld,

Gaâs, Frankreich

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben