Biogasanlagen in Berlin : Für das Beste im Müll

Biomüll soll zukünftig nicht mehr ins Umland geschafft, sondern in der Hauptstadt verrotten. Das stinkt zwar gewaltig, bringt aber Energie für Berlin.

Was die Berliner in ihre Biotonne werfen, soll künftig nicht mehr im Umland verrotten, sondern in der Stadt vergoren werden. Das klingt unappetitlich – und ist es auch, wie jeder ahnt, der je an einem warmen Tag eine lange nicht geleerte Biotonne geöffnet hat. Muss das also sein? Ja. Natürlich sind die Auswirkungen für die Anwohner entscheidend, aber abgesehen von der Geheimniskrämerei um den Standort tut die Berliner Stadtreinigung genau das Richtige: Sie macht aus dem Biomüll das Beste, was sich daraus machen lässt – Energie. Während Weltkonzerne sich seit Jahren an Wasserstoffantrieben und Batterien für Elektrofahrzeuge quälen, ist Biogas serienreif. Mehr noch: Es steckt in jedem Misthaufen. Nur dampft es von da noch viel zu oft in die Atmosphäre, wo es als Methan zum Klimakiller wird. Das Vorhaben der BSR ist auch deshalb richtig, weil es das grundsätzliche Thema der Ressourcenschonung angeht. Zeitgemäß ist nicht, mit großem Aufwand die Auswirkungen von irgendetwas zu beseitigen, sondern den Rohstoffeinsatz zu minimieren. So wie ein Geländewagen für die Stadt auch mit der allerbesten Abgasreinigung nicht zeitgemäß ist. Oder ein riesiges Kraftwerk, das mit Unmengen Kohle die schlecht isolierten Gebäude in seiner Umgebung beheizt – und sei es noch so sauber. Hightech ist gut. Sparsamkeit ist besser. obs

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