Meinung : Bitte wegsehen

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Man mag es nicht hören. Alle Lumpen der Welt reden so. Am 22. Juli war in London der Elektriker Jean Charles de Menezes erschossen worden. Die Details werden noch ermittelt, aber einige Tatsachen sind unbestreitbar. Weder hatte sich der junge Brasilianer verdächtig gemacht, noch ungewöhnlich verhalten.Selbst sein Beschattungsteam hielt ihn für ungefährlich und war über die Schüsse des Sonderkommandos entsetzt. In einer Art uneingestandenem Schuldeingeständnis hat Scotland Yard den Angehörigen nun 22000 Euro Entschädigung angeboten. All das deutet auf einen Skandal hin, der lückenlos aufgeklärt gehört. Und was sagt Polizeichef Ian Blair? Die Rücktrittsforderungen kontert er dreist: Die massive Kritik an der Tötung des Unschuldigen gefährde die AntiTerror–Ermittlungen. Mit anderen Worten: Wer bohrt, nicht locker lässt, die Wahrheit wissen will und sich nicht damit abfindet, dass das Leben dieses 27-Jährigen einfach ausgelöscht wurde, der macht sich mitschuldig, wenn demnächst wieder eine Bombe explodieren sollte. Infamer geht’s kaum. mal

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