Meinung : Blick zurück ohne Zorn

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Es ist Zeit für eine Klarstellung. Weder George W. Bush noch Tony Blair haben vor dem Irakkrieg gelogen. Ihre Behauptungen über Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen stützten sich auf Geheimdienstinformationen. Zu diesem Ergebnis sind die Untersuchungskommissionen in den USA und Großbritannien gekommen. Selbst der Vorwurf, das irakische Regime habe versucht, in Afrika beträchtliche Mengen Uran zu erwerben, war offenbar stichhaltig. Im Lichte des Gesamtskandalons ist das ein erstaunliches Resümee. Bush & Blair mögen übertrieben und sich fahrlässig über Bedenken hinweggesetzt haben. Die Wahrheit wurde verzerrt, die Bedrohung demagogisch aufgebauscht. Aber gelogen, das heißt bewusst wider besseres Wissen geredet, haben sie nicht. Wer diese Anklage erhob – und das waren viele! – muss sich entschuldigen. Ach was, hört man da die notorischen Vorverurteiler. Ob aufgebauscht oder gelogen, das macht doch keinen Unterschied. Sie irren. Wer über eine intakte Moral verfügt, weiß, dass es einen Unterschied gibt. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war die BushRegierung auf den Irak fixiert. In dieser Fixierung verlor sie das Maß und die Fähigkeit, die Dinge „sine ira et studio“ – ohne Zorn und Eifer – abzuwägen. Wer sie dafür kritisiert, sollte nicht den gleichen Fehler begehen.mal

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