BND und Kanzleramt : Friendly Fire

Nun hat die Kanzlerin selbst einen Schutzschirm über den BND-Chef gespannt: Ernst Uhrlau genießt das volle Vertrauen Angela Merkels. Noch am Sonntag war Uhrlau aus dem Kanzleramt als Totalversager attackiert worden, dessen Sturz bevorstehe. Das Hü und Hott zeigt: Es stimmt etwas nicht im Verhältnis von Kanzleramt und BND-Spitze. Der Sozialdemokrat Uhrlau leidet schon lange unter Heckenschützen aus den eigenen Reihen, weil er mit der Entscheidung zum Umzug nach Berlin die Pullacher Idylle beendete, welche die CSU bewahren wollte. Dabei entspricht das verheerende Bild des BND in keiner Weise seinen Leistungen, für die es auch in diesem Jahr Beispiele gab: Früher als andere hat der BND erkannt, dass es vor Ausbruch des Kaukasuskrieges keinen russischen Militäraufmarsch gab. Wie gut der Dienst im Nahen und Mittleren Osten vernetzt ist, zeigte der Vermittlungserfolg zwischen Israel und Hisbollah. Doch jeder weitere echte oder vermeintliche Skandal untergräbt das öffentliche Vertrauen, auf das auch der BND angewiesen ist. Deshalb wird es Zeit, dass auch das Kanzleramt aus Merkels Vertrauenserklärung nun Konsequenzen zieht. (hmt)

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