Meinung : Bogen der Instabilität

-

In der englischen Tageszeitung „The Guardian“ äußert sich der ehemalige amerikanische Präsident Jimmy Carter zur Krise in Nahost:

Es wird keinen substanziellen und langfristigen Frieden für irgendein Volk in dieser aufgewühlten Region geben, solange Israel entscheidende Resolutionen der Vereinten Nationen, die offizielle amerikanischen Politik und die internationale Road Map für Frieden verletzt, indem sie arabisches Land besetzt hält und Palästinenser unterdrückt. Abgesehen von beiderseitig akzeptierten, verhandelten Veränderungen, müssen Israels offizielle Grenzen aus der Zeit vor 1967 gelten. Wie die anderen Regierungen der USA seit der Gründung Israels, sollten sich die Vertreter der amerikanischen Regierung an vorderster Front für dieses immer wieder verschobene Ziel einsetzen.

Ein Haupthindernis für Fortschritt liegt in der merkwürdigen Haltung der US-Regierung, dass Dialog über kontroverse Fragen nur als Belohnung für dienstbares Verhalten stattfindet – und allen verweigert wird, die die Position der USA ablehnen. Direkte Verhandlungen mit der PLO oder der palästinensischen Autonomiebehörde und der Regierung in Damaskus sind notwendig, wenn man abgesicherte Verhandlungserfolge erzielen möchte. Wer die Streitfragen und die politischen Führer, die beteiligt sind, ignoriert, geht das Risiko ein, einen noch weiteren Bogen der Instabilität zu schaffen, der sich von Jerusalem über Beirut, Damaskus, Bagdad nach Teheran erstreckt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben