Meinung : "Bombodrom" entschärft: Spätes Recht für die Bürger

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Erst warf die Rote Armee jahrzehntelang ihre Bomben über der Wittstocker Heide ab, dann folgte die Bundeswehr. Die Interessen und Rechte der Bevölkerung wurden einfach überrollt von den Strategen der Bonner Hardthöhe. Die ehemaligen DDR-Bürger durften seit 1993 eine arrogante Kontinuität der Willkür erleben, die sie von den abgezogenen "Befreiern" kannten. Das Bundesverteidigungsministerium hat ignoriert, dass mit dem Einigungsvertrag auch östlich der Elbe die demokratischen Spielregeln gelten. In den Umlandgemeinden ist durch die Bombenabwürfe der Bundeswehr deswegen mehr zerstört worden als nur ein wenig Natur. Der Spruch der obersten Verwaltungsrichter kann helfen, bei den Menschen der Region den Glauben an den Rechtsstaat zu stärken. Und die Bundeswehr muss überlegen, ob ein "Bombodrom" noch in die Zeit und in die dicht besiedelte Bundesrepublik passt. Weil Verteidigungsminister Scharping wegen der Verkleinerung der Bundeswehr bis zu 50 Standorte schließen muss, mag die Entscheidung leichter fallen.

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