Meinung : Boulevard ohne Glanz

Serie – 125 Jahre Ku’damm

Der Glanz der 20er und 30er Jahre, als der Ku’damm noch Vorzeigeobjekt bzw. Treffpunkt der Intelligenz, Künstler, Bohème und Reichen war, wird dem heutigen Boulevard wohl kaum noch gerecht. In Paris wäre es schlicht unmöglich, das Kaffeehaus Berlins, hier das „Kranzler“, so zur Bedeutungslosigkeit zu verändern. Wozu haben wir überhaupt eine Denkmalschutzbehörde? Was soll’s – dafür hat der Ku’damm ein riesengroßes architektonisches rundes Monster am Kudamm-Eck, gestaltet von Meinhard von Gerkan und einen interessanten transparenten, den Menschen aber als Ameise wirken lassenden, 16-geschossigen Bau von Helmut Jahn erhalten. Geschmacksache! Wem’s gefällt, aber das muss man wohl dem jetzigen Zeitpunkt opfern. Irgendwann sehen alle Städte in ihrer monotonen Architektur gleich aus.

Das nächste architektonische Monster ist schon in Wartestellung – das neue Ku’damm-Theater.

Thomas Hansen, Berlin-Wittenau

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