Meinung : Boykottieren – aber richtig

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Ziemlich friedlich in Deutschland dieser Tage. Die Gegner und die Befürworter des Krieges stehen sich weitgehend ruhig gegenüber. Doch muss das so bleiben? Wäre es nicht irgendwie angemessener, auch hier zu Lande ein wenig gepflegt aufeinander einzudreschen? Immerhin gibt es ernst zu nehmende Versuche in dieser Richtung, beispielsweise den Vorstoß eines Rendsburger Hautarztes, der Amerikaner, Briten und andere notorische Kriegssympathisanten nicht mehr in seine Praxis lässt. Sein erstes Ziel, haufenweise Interviews in Funk und Fernsehen, hat er erreicht. Aber wie mag das nun im Praxisalltag aussehen? Lässt der Doktor auf seinen Fragebogen neben „Allergien ja/nein“ auch „Krieg ja/nein“ ankreuzen? Zahlen die Krankenkassen auch für Erhebung politischer Befunde? Findet sich ein anderer Arzt im Ort, der bekennende Friedensfreunde rauswirft und so anteilig die medizinische Versorgung aufrechterhält? Oh, es tun sich für die politische Medizin weite Felder auf, beispielsweise der demonstrative Verzicht auf Medikamente amerikanischer oder britischer Konzerne. Wo bleibt der erste Friseur, der Kriegsbefürwortern das Haarewaschen verwehrt? Achtung: Die deutsche Firma Wella gehört seit kurzem einem USKonzern. Das sollte der kritische Coiffeur auf jeden Fall beim Boykottieren berücksichtigen

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