Brandenburg wirbt Lehrer ab : Beamtenparadies

Erst aus Baden-Württemberg, nun durch die direkten Nachbarn: Berlins Bildungslandschaft gerät unter Druck.

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Das ist wahre rot-rote Freundschaft: Weil Brandenburg dringend 1200 Lehrer braucht, sollen die vor allem aus Berlin abgeworben werden. Gelockt wird mit der Verbeamtung, die es in der Hauptstadt nicht gibt. Da werden sich viele Lehrer durchaus überlegen, ob sie die Kinder nicht lieber als Beamte im brandenburgischen Kleinmachnow vor den Toren Berlins unterrichten möchten. Damit kommt der Senat erneut unter Druck, nachdem vor kurzem die Junglehrer mit einem kräftigen Gehaltsaufschlag vom Umzug abgehalten wurden. Besonders ärgern darf sich Bildungssenator Zöllner, der im vorigen Jahr in der Kultusministerkonferenz mühsam vereinbarte, dass sich Bundesländer nach der aggressiven „Sehr guten Morgen, Herr Lehrer“- Kampagne aus Baden-Württemberg nicht mehr offensiv die Lehrer abspenstig machen. Für Berlin, das als eines der wenigen Länder nicht verbeamtet, wird es angesichts eines zunehmenden Lehrermangels immer schwieriger, diese inhaltlich sinnvolle Regelung durchzuhalten. Doch auch Brandenburg sollte sich der Angeworbenen nicht zu sicher sein. Wer einmal verbeamtet ist, bleibt es: Nach einer Warteschleife in Brandenburg können die Lehrer sich wieder in Berlin bewerben – dann als Beamte.

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