Brandenburgs Innere Sicherheit : Was Woidke will

Konservativ war Brandenburg immer. Der neue SPD-Landeschef und Regierungschef Dietmar Woidke aber hat die Innere Sicherheit als neues Thema für die Sozialdemokratie entdeckt. Er sieht soziale Sicherheit im umfassenden Sinn als ein Recht auf sichere Straßen und Plätze. Als Innenminister übernahm Woidke einst eine Polizeireform, baute ein inniges Verhältnis zum Polizeiapparat auf, merkte, dass es an allen Enden knirscht. In seiner Lausitzer Heimat, aber auch im Berliner Umland, erlebte er die Angst bei Baufirmen, Landwirten und Hausbesitzern vor Diebstahl und Einbruch. Als Regierungschef, bald fünf Monate im Amt, macht er die Reform nun zur Chefsache. Eine Debatte über deren Scheitern, losgetreten von seinem Nachfolger, kann er nicht gebrauchen. Neun Monate, dann sind Landtagswahlen, bei Innerer Sicherheit reagieren Wähler sensibel. Der neue Regierungschef wittert eine Chance: Er will das Thema vom Tisch räumen und sich damit profilieren. Wo kümmert sich schon ein Ministerpräsident, ein Sozialdemokrat, um das Sicherheitsgefühl der Bürger? Woidke sucht seine Rolle als Landesvater, auch das hat etwas Brandenburgisches. axf

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