Meinung : Brauen, bis der Doktor kommt

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Beim Bier hört der Spaß auf in Deutschland. Das ominöse Reinheitsgebot hat ja praktisch Verfassungsrang, deshalb lasen wir mit dem größten Vergnügen, dass Dr. Oetker deutscher Bierkönig geworden ist – so formulierte es jedenfalls die deutsche Presseagentur. Aufatmen! Endlich geht da einer her, krempelt die Ärmel hoch, bindet sich die Braumeisterschürze um und zeigt den Leuten, dass weder Hopfen noch Malz verloren sind, wenn ein Profi antritt. Ja, wir wollten schon anregen, dem guten Doktor neben dem Bierkönigsthron auch noch die Bundespräsidentenwürde anzutragen, vielleicht mit dem ebenso verlässlichen und erfahrenen Dr. Best als Vize; das würde das Kandidatenkarussell abrupt zum Stillstand bringen. Doch dann stellte sich heraus, dass alles nur Wunschdenken war. Herr Dr. Oetker ist längst den Weg allen Backpulvers gegangen, in seinem Namen rafft ein Generalbevollmächtigter namens Kallmeyer, der womöglich nicht mal promoviert hat, alle Brauereien zusammen, die gerade so auf dem Markt sind. Schnöder Kapitalismus, das. Wenn demnächst womöglich ein Weinkönig gesucht wird, kommt Oetker jedenfalls nicht in Frage. Und Dr. Best erst recht nicht.

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