Breivik unzurechnungsfähig : Rechtsstaat im Extremfall

Der laut Premierminister Jens Stoltenberg schlimmste Terrorist Norwegens seit Ende des Zweiten Weltkriegs wird aller Voraussicht nach mit einer Therapie statt dem Gefängnis rechnen müssen. Viele in Norwegen werden wütend sein über das psychiatrische Gutachten vom Dienstag, das Anders Breivik eine Strafunfähigkeit wegen gravierender psychischer Erkrankung „ohne Zweifel“ zubilligt. Die Norweger werden es dennoch akzeptieren, und die Mehrheit, die sich selbst nach dem Trauma von Utöya gegen die Bewaffnung ihrer Polizei ausgesprochen hatte, wird stolz darauf sein, dass ihr – nach den grausamen Erfahrungen mit den nationalsozialistischen Besetzern aus Deutschland – betont humanistischer Rechtsstaat selbst in diesem Extremfall nicht versagt hat. Denn Breivik ist, wie die Mehrzahl der extremen Straftäter, psychisch krank. In Haftanstalten ist das kein Geheimnis. Aber auch Politiker sollten das verstehen. In einer humanen Gesellschaft, darüber herrscht in Norwegen Einverständnis, sollte grundsätzlich die Therapie im Vordergrund stehen und nicht die Strafe. Denn niemand ist von Geburt an ein Mörder. Selbst Breivik nicht. Hochachtung vor dem norwegischen Rechtssystem! anw

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