Brennende Autos in Berlin : In Szene gesetzt

Jetzt brennt es auch in exotischen Berliner Gegenden wie Französisch-Buchholz – damit sich kein Ausbeuter mehr sicher fühlen kann. Aber was soll die Polizei tun?

Gerd Nowakowski

Feuer und Flamme für diesen Staat – für die gewaltbereiten Autonomen keine Frage. Wenn es eine von Bullenstaat und Klassengesellschaft verfolgte Märtyrerin gibt, dann zündelt es sich noch besseren Gewissens. Die Märtyrerin gibt es, ab Dienstag steht eine 21-Jährige wegen versuchter Brandstiftung vor Gericht, und die Szene reagiert darauf – mit Brandstiftungen. So viel zum Thema revolutionäre Solidarität. Klar ist: In diesem Jahr werden in Berlin mehr Autos in Brand gesetzt oder durch Flammen beschädigt als in den beiden Vorjahren zusammen. Die Autonomen nehmen sich nun aber die innerlinke Kritik zu Herzen, sie würden zu häufig im proletarischen Kreuzberg Kleinwagen abfackeln, wo es doch die echten Bonzenschleudern erwischen solle. Deswegen brennt es nun in exotischen Gegenden wie Französisch-Buchholz – damit sich kein Ausbeuter mehr sicher fühlen kann. Was soll die Polizei tun? Niemanden mehr festnehmen, damit es keine Märtyrer gibt? Sportwagenfahrern weiter indirekt die Schuld zuweisen, wenn ihr in Kreuzberg geparkter Bolide brennt? Nein, im Gegenteil. Nur wenn die Polizei so präsent ist, dass die Zahl der Festnahmen steigt und damit das Risiko für die Zündler, kann die Feuerwelle gestoppt werden.

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