Meinung : BSE: Opferlämmer im Rinderwahn

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Vier Gründe gibt es, warum Karl-Heinz Funke noch nicht zurückgetreten ist: 1. Heiligabend; 2. Neujahr; 3. Die Grünen trauen sich nicht recht, seinen Rücktritt zu fordern, weil sie Angst um Andrea Fischer haben; 4. Unter Schröder sind binnen zwei Jahren schon fünf SPD-Minister zurückgetreten. Alle Gründe sind sachfremd. Wenn es mit rechten Dingen zuginge, hätte Funke schon längst seinen Lodenhut nehmen müssen: Er hat gegen das Tiermehlverbot gekämpft. Und er hat Deutschland für BSE-frei erklärt. Mittlerweile sind die Folgen dieses Nicht-Rücktritts unübersehbar: Die Bauernlobby hat schon wieder Oberwasser. Gert Sonnleitner, deren Chef, wendet sich dagegen, nur wegen eines BSE-Falles ganze Rinder-Herden zu schlachten. Zwar entspreche das der Gesetzeslage, für die betroffenen Bauern bringe es jedoch einen "riesigen Schaden". Ja, was schert ihn das Gesetz, wenn seine Bauern finanzielle Probleme haben. Und die verlieren auch schon jedes Maß. Gegen den Abtransport von Tieren wollen sie im Allgäu eine Menschenkette organisieren. Und auch die Kirchenglocken sollen läuten. Schließlich gibt Funkes Staatssekretär kund, die Vorwürfe gegen den Landwirtschaftsminister seien von Leuten hochgespielt worden, die ihm schaden wollten. So ist es eben, wenn der Akt der politischen Hygiene ausbleibt: Die Täter gehen als Opfer einher. Der Wahnsinn greift um sich.

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