Meinung : Bundes-Joschka

FISCHER BELIEBT WIE RAU

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Der eine, der sich mühevoll aus der Asche erhebt, der andere, der über allem schwebt – das ist die rotgrüne Koalition in diesen Tagen. Die Umfragen sagen es: Schröder muss hart arbeiten, auch an sich, um als prinzipienfest und vertrauenswürdig zu gelten. Fischer muss nur so weitermachen. Im Westen der Republik ohnedies der Star, hat er es auch im Osten geschafft. 62 Prozent aller Befragten halten den Außenminister für den vertrauenswürdigsten Politiker im ganzen Land. Das ist exakt der Wert, den auch Bundespräsident Johannes Rau vorweisen kann, was zugleich die Bedeutung dieses Votums zeigt: Ein aktiver Minister auf derselben Stufe wie die personifizierte „Integrationsagentur des Staates“, als die Roman Herzog den Präsidenten einmal charakterisiert hat. Von alledem profitiert auch die grüne Partei. Womit das zu tun hat, ist klar. Von Amts wegen muss Fischer den diplomatischen Ton pflegen; der wirkt überparteilich. Das gefällt den Wählern, die das anhaltende Gezänk nicht mehr hören mögen. Dazu vertritt Fischer eine Politik, die immer eine Mehrheit hat; wer will schon Krieg? Als letztes sind mit den Vorstellungen der Welt von morgen, für die der Außenamtschef zuständig ist, keine sozialen Härten verbunden. Das macht beliebt. So wird aus Fischer der Bundes-Joschka – und ein logischer Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Ist die Republik reif für den ersten Grünen in diesem Amt? Fischer ist es, findet eine Mehrheit der Bürger. Mal sehen, ob er sich traut. cas

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