Meinung : Bundestagsdebatte: Ein feste Burg

mfk

Besorgnis sei verständlich, befand der Bundeskanzler in der Generaldebatte vor dem Bundestag. Aber bitte keine Angstgefühle! Die seien unbegründet. Wenn die Verängstigung der Bürger sich tatsächlich in Grenzen hält, dann darf sich Schröder bei seinem Innenminister bedanken. Als Otto Schily an das Rednerpult trat, waren einige Koalitionsabgeordnete innerlich in Deckung gegangen. Sie durften bald aufatmen. Schily, der vor wenigen Tagen fast martialisch eine geschlossene Front im Kampf gegen den Terrorismus beschworen hatte, trat gemäßigter auf. Gut so. Er braucht die Gesten der Stärke und Rücksichtslosigkeit nicht. Für die meisten Bürger war Schily schon vor den Anschlägen in Amerika die wandelnde Innere Sicherheit. Jetzt erst recht: Bei den Etatverhandlungen hat er weitere Milliarden für die Abwehr des Terrorismus herausgeholt. Dieser Erfolg komplettiert den Eindruck: Die Sicherheit des Landes ist bei Schily in guten Händen. Jetzt muss er den Worten und Verhandlungen Entscheidungen folgen lassen - und im Zweifel gegen die Grünen durchsetzen. Den Verfassungsschutz muss er zu einer modernen Aufklärungstruppe machen. Auf Dauer kann der Meister der Psychologie nicht nur auf seine Wirkung vertrauen.

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