Bundestagswahl 2009 : Wie es euch missfällt

Nun ist die Wahl glasklar: Schwarz-Gelb oder große Koalition, tertium non datur.

Malte Lehming

Vor einer Kloßbrühenwahl stehen die Deutschen nicht. Denn diesmal ist wirklich alles klar, glasklar: große Koalition oder Schwarz-Gelb (mit einer Minimini-Chance für Schwarz-Grün), tertium non datur. Die FDP hat die Ampel ausgeschlossen, die Grünen Jamaika, und weil nach der Ypsilanti-Erfahrung für jeden Politiker ein Wortbruch suizidal wäre, wissen wir nun definitiv, woran wir sind. Man mag das bedauern, ändern lässt es sich nicht. Ändern lässt sich ebenso wenig, dass weder im einen noch im anderen Fall die Welt unterginge. Die GroKo kennen wir. Würde unter Schwarz-Gelb alles anders? Gewiss nicht. Die FDP wäre nach elf Jahren selig, überhaupt mal wieder zu regieren, und weil Glück handzahm macht, stünde der Kanzlerin kaum neoliberaler Ärger ins Haus. Immerhin hat Westerwelle „aus patriotischer Verantwortung“ sogar ein mit Steuergeldern finanziertes 500 Milliarden Euro teures Rettungspaket für den Finanzsektor abgesegnet – in der Opposition! Um wie viel schneller wird seine Partei ihre Prinzipien vergessen, wenn sie an der Macht ist? Für die Mindestlöhne und all das andere Soziale wird dann halt noch stärker die CSU verantwortlich sein, so dass unterm Strich die neue Politik der alten sehr ähnelte. Wie war das gleich? Gab’s nicht ’ne Minimini-Chance? mal

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