Bundeswehr : Kleiner, aber teurer

Die Bundeswehr ist eine Armee im Wandel. Und das seit Jahrzehnten. Das Ergebnis ist niederschmetternd – sie ist zu teuer, zu stabslastig, zu wenig einsatzbereit, mit einem Wort: ineffizient. Immer noch.

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Nach allem, was auch und gerade in den letzten eineinhalb Jahren an Reformen angeschoben wurde, steht die Bundeswehr im internationalen Vergleich immer noch viel zu schlecht da. Im Lichte des Zeugnisses der Europäischen Verteidigungsagentur scheint die Versetzung der Bundeswehr in die Klasse der modernen Armeen akut gefährdet zu sein. Der fast schon vergessene Plagiator im Ministeramt, Karl-Theodor zu Guttenberg, wollte die Bundeswehr kleiner und fitter machen, um Geld zu sparen. Sein Nachfolger, Thomas de Maizière, musste zuallererst erkennen, dass Reformen im Gegenteil Geld kosten. Erstens, weil das immer so ist. Zweitens, weil es nach dem Wegfall der Wehrpflicht gilt, Freiwilligen den Job in der Armee schmackhaft zu machen. Drittens, weil Deutschlands Nato-Verbündete aus eigenem Spar-Interesse mit Argusaugen betrachten, was hierzulande geschieht: Sie pochen auf Einhaltung der deutschen Zusage, zwei Prozent des BIPs für Verteidigung auszugeben. Ob also jemals irgendein Bundeswehrminister irgendeine Form von Reformdividende wird einfahren können, darf bezweifelt werden. Das Beste, worauf der interessierte Wahlbürger wohl hoffen darf, ist ein, mit Blick aufs deutsche Militär gesprochen, angemesseneres Preis-Leistungsverhältnis.

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