Meinung : Bundeswehr: Scharpings Wort

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Das Boot hat Scharping zu Wasser gelassen, jetzt müssen sich die Mitarbeiter in die Riemen legen und die Versorgungsämter Kurs halten. Sehr schnell, ein knappes halbes Jahr nach Beginn der Berichterstattung über verstrahlte Radartechniker der Bundeswehr, liegen die Fakten jetzt auf dem Tisch. Die Bundeswehr muss Versäumnisse einräumen, aber nicht schuldhafte. Niemand hat in den 60er, 70er Jahren gewusst wie gefährdet und wie wenig geschützt die Männer an den Radargeräten waren. Aber es hat Warnungen gegeben. Und Vorgesetzte, die sie ignorierten. Und es hat Tote gegeben, und es gibt viele, viele Schwerstkranke. Sie erkrankten während des Dienstes für die Bundeswehr, und trotz der Fürsorgepflicht wurde ihnen lange die Anerkennung ihrer Leiden als Berufskrankheit verwehrt. Ihnen, die heute zwischen 50 und 70 Jahre alt sind, will Scharping nun langwierige Klagewege ersparen. Bis zum Jahresende sollen die Betroffenen entschädigt werden. Wenn Scharping Wort hält, müssen sich die Anwälte der Radar-Opfer neu aufstellen. Weitere Forderungen nach Schadensersatz und Schmerzensgeld sind nur berechtigt, wenn der Bundeswehr schuldhafte Versäumnisse nachgewiesen werden könnten.

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