BVG : Freifahrtscheine

Thilo Sarrazin, Berlins Senator für Finanzen und Provokationen, hatte sich beim Streik der Berliner Verkehrsbetriebe vielfältig beliebt gemacht: Jeder Tag, an dem die Busse und Bahnen stillstünden, so seine frohgemute Bemerkung im Frühjahr 2008, spare der Stadt bares Geld.

Thilo Sarrazin, Berlins Senator für Finanzen und Provokationen, hatte sich beim Streik der Berliner Verkehrsbetriebe vielfältig beliebt gemacht: Jeder Tag, an dem die Busse und Bahnen stillstünden, so seine frohgemute Bemerkung im Frühjahr 2008, spare der Stadt bares Geld. Und jeder Zuschlag bei den Einkommen werde auf die Fahrpreise aufgeschlagen. Das motivierte die Streikenden enorm, es dem BVG-Aufsichtsratsvorsitzenden Sarrazin mal richtig zu zeigen. Über 28 Millionen Euro kostete das Tarifpaket dann am Ende des längsten Arbeitskampfs des Nahverkehrs. Dass man es bei den Kosten ganz oben im Betrieb nicht ganz ernst nimmt, mutet da merkwürdig an. Das schwer defizitäre Fuhrunternehmen bezahlt derzeit vier Vorständler – von denen aber nur zwei arbeiten. Nun soll sogar noch ein weiterer, teurer Vorstand berufen werden, ohne dass der ansonsten pfennigfuchsende Sarrazin Einwände hätte. Dabei funktioniert das Unternehmen schon seit Monaten mit nur zwei Vorstandsmitgliedern einwandfrei. Die Berliner angesichts dessen zu überzeugen, dass der Fahrschein teurer werden muss, fällt schwer. Und diese Personalpolitik den Beschäftigten, die einen harten Job verrichten, zu vermitteln, erst recht.gn

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