BVG-Streik : Auf verlorenem Posten

Mit einem Streik ohne Ende wollen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in Berlin offenbar in die Geschichte eingehen.

Der Arbeitskampf gegen schulpflichtige Kinder, alte Menschen ohne Auto und gegen Kioskbetreiber in den U-Bahnhöfen wird über den Freitag hinaus – auf unbestimmte Zeit – verlängert. Dabei täte Verdi eine Denkpause gut, um zu verstehen, dass dieser Streik längst verloren ist. Der Senat spart jeden Tag 500 000 Euro, weil die teure BVG nicht fährt. Welcher Druck soll sich da beim kommunalen Arbeitgeber aufbauen? Selbst die Linke hat keine Lust, Besitzstände aus dem alten Berliner Westen zu verteidigen. Den schlecht bezahlten Busfahrern sei eine ordentliche Gehaltserhöhung gegönnt, stattdessen verkämpft sich Verdi für jene privilegierten Arbeitnehmer, die den Dauerstreik dominieren. Und die Berliner? Sie stellen sich pfiffig auf die neue Situation ein. Der Frühling kommt, man kann radeln. Autofahrer bieten Mitfahrgelegenheiten an. Dann gibt es noch die S-Bahn. Trotzdem wird die Stadt etwas unbequemer, aber den Ärger bekommen die Gewerkschaften ab. Sie werden am Ende im blanken Hemd dastehen. za

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