Casdorff antwortet : "Die Grünen sind nicht mehr basisdemokratisch"

Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff antwortet auf unsere Online-Community und erklärt im Video, warum er in der Nominierung von Joachim Gauck ein schwarz-grünes Signal sieht.

von und
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff antwortet unserer Online-Community.
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff antwortet unserer Online-Community.Foto: Jana Demnitz

Könnte die Wahl von Joachim Gauck zum Bundespräsidenten womöglich der Prolog für eine nächste schwarz-grüne Regierungskoalition sein? Ja, sagt Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff in seinem Kommentar „Joachim Gauck lässt Union und Grüne im Bund zusammenrücken“. Die Grünen seien in den vergangenen Jahren konservativer und bürgerlicher geworden, daher sei Schwarz-Grün keine Utopie mehr, sondern höchst realpolitisch. Eine These, die auf der Tagesspiegel-Facebook-Seite und in der Tagesspiegel-Community Zuspruch findet, aber auch kritisch kommentiert wird.

Der User „brechtundich“  hält die Gedanken von Stephan-Andreas Casdorff für Träumereien. Sobald Schwarz-Grün umfassend und ernsthaft diskutiert wird, ist es mit den Koalitionswünschen auch schon wieder vorbei. „Eines Tages mag es soweit kommen, aber dieser Tag ist noch fern. Zur Dämpfung Ihrer Euphorie soll Ihnen ein Blick ins Saarland und nach Hamburg angeraten sein, Herr Casdorff.“

Auch die Einschätzung unseres Autors, die Grünen seien „immer konservativer geworden mit den Jahren“, wird im Forum nicht geteilt. So schreibt der User „oliver111“.  „Sorry, aber nur weil die CDU unter Merkel keinerlei Profil mehr hat, weder konservativ, noch moralisch, noch sozial, sollen jetzt alle anderen auch so sein? Nein, die Grünen sind sozial-liberal (Nicht, was die FDP unter liberal versteht, das muss betont werden.), das ist ein erheblicher Unterschied. Sie sind basisdemokratisch und eine Partei die keinen Populismus betreibt.“ 

Eine ganz andere Sichtweise hat der User „Dispo“. Eine schwarz-grüne Koalition sei vielleicht möglich, aber welchen Preis würden die Grünen zahlen? „So bei Lichte betrachtet, sind sie salonfähig, berechenbarer und langweiliger geworden, die Bündnis/Grünen. Schwarz/Grün ab September 2013 ist eine schmackhafte Option. Angela wird sie erst pampern, anschließend genüsslich demontieren, um sie auch dorthin zu schieben, wo der jetzige Koalitionspartner sein Dasein fristet.“

Wir haben unseren Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff mit diesen Aussagen der Tagesspiegel-Community konfrontiert. In unserem Video sehen Sie seine Antworten an unsere User.

Autoren

42 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben