Flüchtlingsheim in Hellersdorf : Hört euch ihre Geschichten an

Sobald ein Heim für Asylbewerber entsteht, muss mit Protesten gerechnet werden. Stephan Jung hat in Hellersdorf einen Verein gegründet, um die öffentliche Meinung in seinem Bezirk zu ändern.

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Stephan Jung in dem Treffpunkt Laloka in Marzahn-Hellersdorf.
Stephan Jung in dem Treffpunkt Laloka in Marzahn-Hellersdorf.Foto: Sven Darmer

Herr Jung, Sie sprechen Tag für Tag mit Flüchtlingen, Anwohnern, Gegnern des Heims, Politikern. Wann haben Sie das Gefühl: Das hat jetzt mal was gebracht?

Für mich ist Kommunikation dann erfolgreich, wenn ich Denkanstöße gebe. Das haben wir in den letzten Jahren geschafft. Auch, wenn wir Glück hatten.

Warum Glück?

Im Sommer 2013 ist die Situation hier sehr hochstilisiert worden. Hellersdorf stand in den 90er Jahren wegen der gleicher Problematik in den Schlagzeilen; da passte es gut rein, als die Proteste wieder los gingen und der erste Hitlergruß gezeigt wurde. Die Aufmerksamkeit war riesig, Medien stürzten sich nur so auf das Thema und eine bundesweite Debatte wurde hier exemplarisch ausgetragen.

Das heißt, sie mussten nur reagieren.

Nein, nein. Wir haben selbst Themen gesetzt, indem wir eine Gegenöffentlichkeit zum Mob auf der Straße geschaffen haben. Ein wichtiger Schritt war die Spendenkette im Oktober 2013, quer durch den Bezirk, bis hin zur Flüchtlingsunterkunft. Danach wurden wir zu einem Begriff, bekamen Preise – und wurden zu einem festen Ansprechpartner für Politik und Medien.


Das vollständige Interview findet sich in "Causa" vom 3. Mai 2015 - einer neuen Publikation des Tagesspiegels, die jeden Sonntag erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch im E-Paper lesen.

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