Gastkommentar : Bald wird es keinen Tiger im Zirkus mehr geben

Am 5. August wird in Maßweiler eine Großkatzenstation für Tiger aus Zirkushaltung eröffnet. Melitta Töller von "Vier Pfoten" erklärt, warum Wildtiere in der Manege nichts zu suchen haben.

Melitta Töller
Tiger im Zirkus.
Tiger im Zirkus.Foto: dpa

Das Wildtierverbot für Zirkusse ist in Deutschland nur noch eine Frage der Zeit. Bundesrat und Bundestierärztekammer sprechen sich für ein Ende der Wildtierhaltung in Zirkussen aus. In vielen anderen europäischen Ländern sind Elefanten und Tiger in der Manege bereits Geschichte: Zum Beispiel in Belgien, Griechenland und Österreich.

Zirkusdirektoren, die behaupten, ohne Tiere zu wenig Zuschauer zu haben, sollten sich ein Beispiel am „Cirque du soleil“ oder an „Roncalli“ nehmen. Die haben vor allem Artistiknummern im Programm und verzichten bewusst auf Löwen und Tiger. Damit ziehen sie jährlich hunderttausende Zuschauer an – Zahlen, von denen die meisten Zirkusse mit Wildtieren nur träumen können

Besonders Großkatzen wie Löwen oder Tiger leiden unter den Bedingungen. Sie finden im Zirkus nicht annähernd annehmbare Umweltbedingungen. Oft werden sogar verschiedene Arten gemeinsam in Käfigen gehalten, den Tieren fehlt jeglicher Rückzugsbereich. Deshalb leiden viele an Verhaltensstörungen.

Melitta Töller ist Sprecherin des Tierschutzverbandes "Vier Pfoten - Mehr Menschlichkeit für Tiere".

Dieser Text erscheint am 2. August 2015 in "Causa". "Causa" ist eine neue Publikation des Tagesspiegels über Trends und Kommunikation. Sie können Causa auch als E-Paper lesen.

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