Im Gegenwind : Karriere einer Katastrophe

Simone Pott ist Sprecherin der Welthungerhilfe. Sie weiß zwar, was die Deutschen zum Spenden bringt - muss ihnen aber auch erklären, was mit ihrem Geld passiert.

Arno Makowsky, Christoph von Marschall
Simone Pott bei einem Einsatz in Burundi.
Simone Pott bei einem Einsatz in Burundi.Foto: Promo

Frau Pott, welche Art von Katastrophen löst die größte Spendenbereitschaft bei den Deutschen aus?
Die Menschen spenden eher, wenn es sich um eine Naturkatastrophe handelt. Bei einem Erdbeben oder einem Tsunami spüren sie, da kann keiner etwas dafür, das hat die Natur den Menschen angetan. Sie hatten keine Chance zu fliehen. Schwieriger ist es mit menschengemachten Katastrophen wie zum Beispiel in Syrien. Der Krieg dauert schon drei Jahre, es ist eine der größten humanitären Katastrophen seit Jahrzehnten. Da ist die Spendenbereitschaft aber im Vergleich zur Not eher gering.

Muss man eigentlich intensiv zur Hilfe aufrufen, oder reichen schon die Bilder in den Medien?
Wenn die Medien intensiv über eine Katastrophe berichten, bekommen wir viele Anrufe von Leuten, die spenden wollen. Es gibt aber auch stille Katastrophen, da müssen wir gezielt um Hilfe bitten.

Zum Beispiel?
Nach den Massakern und Ausschreitungen in der Zentralafrikanischen Republik kam von alleine nur wenig.

Wie lange hält die Hilfsbereitschaft in der Regel an?
Wer nach zwei bis drei Wochen nicht für die Nothilfe gespendet hat, tut es in der vierten auch nicht mehr. Diese ersten Wochen sind eine übliche Spanne in der Aufmerksamkeit.

Der vollständige Text findet sich in "Causa" vom 10. Mai 2015 - einer neuen Publikation des Tagesspiegels, die jeden Sonntag erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch im E-Paper lesen.