Im Gegenwind : TUI-Sprecher Mario Köpers im Interview zu Tunesien: "Wir sind kein Sicherheitsdienst"

Nach dem Anschlag an einem tunesischen Strand erklärt der Tui-Sprecher, wie das Unternehmen jetzt mit verunsicherten Reisenden kommuniziert.

Arno Makowsky, Christoph von Marschall
In Tunesien herrschen derzeit erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.
In Tunesien herrschen derzeit erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.Foto: dpa

Herr Köpers, an einem Hotelstrand in Tunesien wurden Urlauber erschossen. Wie sprechen Sie nach einem Anschlag mit ihren Kunden, mit Reisebüros, mit Touristen?

Wir versuchen sie durch schnelle und klare Botschaften zu beruhigen. Unsere Kunden fragen, wie es weitergeht. Wegducken in solchen Situationen schadet nur. Es geht um das Vertrauen in unsere Marke. Da gehen wir offensiv nach vorn.
Das heißt konkret?
Wir versorgen die Menschen auf allen Kanälen so schnell wie möglich mit Informationen. Da gibt es heute ganz andere Möglichkeiten als früher, zum Beispiel die sozialen Netzwerke. Auf Facebook und Twitter, aber auch über unser weltweites Reiseleiternetz sind wir überall und rund um die Uhr erreichbar, nicht nur in Krisensituationen.
Was wollen die Leute wissen?
Das ist unterschiedlich, je nachdem ob es Gäste sind, die gerade in Tunesien Urlaub machen und womöglich traumatisiert sind. Oder Kunden, die dort in den nächsten Wochen Urlaub gebucht haben. Die zweite Gruppe fragt, wie die Lage vor Ort ist, ob man stornieren oder umbuchen kann. Wir bieten für alle Abreisen bis 15. September maximale Kulanz. Wer den Anschlag in Tunesien erlebt hat, hat einen erhöhten Redebedarf und wird von uns betreut. Dafür haben wir psychologisch geschulte Mitarbeiter entsandt. Wir bieten auch Seelsorger an. In den Gesprächen geht es auch um Fragen der Sicherheit und frühere Rückreisemöglichkeiten.
Das vollständige Interview finden Sie auch in Tagesspiegel "Causa" vom 5. Juli 2015, einer neuen Publikation des Tagesspiegels. Sie können "Causa" auch als E-Paper lesen.