Image der Immobilienbranche : Wozu noch Makler?

Makler haben einen miesen Ruf - und Probleme mit dem neuen Bestellerprinzip. Im Interview erklärt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands, wie er für ein besseres Image seines Berufs kämpft.

Christian Hunziker
Mieten ohne Makler: Das Image der Immobilien-Vermittler ist nicht das beste. Foto: dpa
Mieten ohne Makler: Das Image der Immobilien-Vermittler ist nicht das beste.Foto: dpa

Herr Schick, Bundestag und Bundesrat haben das Bestellerprinzip beschlossen. Fast alle freuen sich, dass Wohnungsmakler künftig keine Provision von den Mietern mehr verlangen dürfen. Wie fühlen Sie sich als Vertreter eines Berufsstandes, der ein derart schlechtes Image hat?

Wenn ich einen Beruf mit einem guten Image hätte ergreifen wollen, wäre ich wahrscheinlich Feuerwehrmann oder Arzt geworden. Das Image der Immobilienmakler ist in der Tat nicht das beste. Deshalb ist es wichtig, dass wir offensiv damit umgehen. Wir haben unsere Lehren daraus gezogen und fordern seit langem einen so genannten Sach- und Fachkundenachweis, um die Mindestqualifikation von Immobilienmaklern zu regeln. Es ist nicht nachvollziehbar, dass jemand, der für tausende Euro Immobilien vermittelt, dafür keinerlei formale Ausbildung benötigt. Die Politik hat dieses Thema allerdings über Jahre hinweg verschlafen. Erst jetzt ist das Bundeswirtschaftsministerium endlich dabei, die Einführung eines solchen Qualifikationsnachweises zu prüfen.

Jürgen Michael Schick ist Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland. Foto: Promo
Jürgen Michael Schick ist Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland.Foto: Promo

Nur weiß in der Öffentlichkeit kaum jemand, dass sich der Immobilienverband Deutschland (IVD) dafür einsetzt, dass Makler eine ordentliche Qualifikation haben. Warum schaffen Sie es nicht, diese Aktivitäten bekannt zu machen?
Wenn sich die Berufsgruppe der Immobiliendienstleister für einen Qualifikationsnachweis ausspricht, dann ist das außerhalb der Fachöffentlichkeit schwer zu vermitteln. Ein viel breiteres mediales Echo finden populäre Maßnahmen der Politik wie das Bestellerprinzip – auch wenn es sich dabei um Symbolpolitik handelt und den Mietern Sand in die Augen gestreut wird. Das Bestellerprinzip hilft Mietern überhaupt nicht. Das eigentliche Problem besteht nämlich darin, dass es nicht genügend Wohnungen gibt. Im übrigen sind die Verbraucher viel weiter als die veröffentlichte Meinung: Sie suchen ganz bewusst Dienstleister mit Qualität und landen deshalb oft bei einem Mitglied unseres Verbands.

Der vollständige Text findet sich in "Causa" vom 19. April 2015 - einer neuen Publikation des Tagesspiegels, die jeden Sonntag erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch im E-Paper lesen.


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