Marketing Insider : Die Camel-Kanzlerin

Früher war Deutschland "druff", heute raucht es vor der Tür. Unser Kolumnist findet das schade - und sucht nach Lösungen.

Carsten Heintzsch
Freiheit, Männlichkeit - und Rauch: Der Marlboro Cowboy.
Freiheit, Männlichkeit - und Rauch: Der Marlboro Cowboy.Foto: dpa

Lange vorbei die Zeiten, als sich in meiner Paris Bar die dicken, schweren Schwaden der Raucher samt ihrer Aschepartikelchen und Hustenanfälle auf meine Seezunge legten. Oder mir als Kind im Ausflugslokal Roth-Händle- und Reval-Junkies Qualm in meine drei Kugeln Eis bliesen. Und ich bei Oma mit acht Jahren schon rund 9000 Ernte 23 passiv mitgeraucht hatte. Deutschland war druff! Nun raucht es vor der Tür. Nur hat man den Raucher in der Werbung gleich mit rausgeschmissen. Schade! Das war doch lässig mit dem Camel-Mann, dem Marlboro-Cowboy, den John Player Special Girls. Das war Kultur. Das war das neue entmiefte Deutschland der 70er und 80er Jahre. Heute stattdessen Totenköpfe und krude Einschüchterungs-Parolen auf den Packungen. Von der gleichen Regierung, die pro Fünf-Euro-Packung 3 Euro 75 einkassiert.

Der Autor ist ein bekannter deutscher Werbe-Kreativer und Gewinner vieler nationaler und internationaler Awards.

Den kompletten Text finden Sie in der Sonderausgabe von "Causa" zum Thema Rauchen vom 31. Mai 2015. "Causa" ist eine neue Publikation des Tagesspiegels, die jeden Sonntag erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch im E-Paper lesen.

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