Meine Inspiration : Der Causa-Fragebogen von Jan Skudlarek

In der Stimme, das konspirative Knistern/der Wörter als wir sie wechseln mit Händen und Füßen/wie Falschgeld. Diese Zeilen stammen aus einem Gedicht von Lyriker Jan Skudlarek. Hier beantwortet er unseren Causa-Fragebogen.

Jan Skudlarek.
Jan Skudlarek.Foto: Dirk Skiba

Was hat Sie zuletzt inspiriert?

Das Album „Nocturnal“ von Heltah Skeltah. Mal wieder. Zum zu frühen Tod von Sean Price habe ich es erneut ein paar Mal durchgehört. Großartig.
Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung geändert?
Kabellose Lautsprecher mit Akku. Ich besitze jetzt einen. Die sind gar nicht albern, sondern hochwertig – und auf Wunsch sehr laut. Meiner zumindest.
Ihre Lieblingsformulierung derzeit?
Vermutlich das „Sommerloch“. Damit kann man quasi alles erklären. Die Medien? Sommerloch. Auf Arbeit nix los? Sommerloch. Irgendwie keinen Bock? Sommerloch. Mich stört allerdings in der Regel das Winterloch weit mehr.
Was haben Sie kürzlich gekauft – und warum?
Gekauft nicht, aber kürzlich war ich dankbar für: eine geschenkte Flasche Wasser in einem Fernzug, dessen Klimaanlage ausgefallen war. Auf dem Rückweg von Prag.
Wovor haben Sie Angst?
Vor Wutbürgern. Oder ist es doch die Wut auf Angstbürger? Ich weiß es nicht.
Wenn Sie 100 Stunden am Stück frei hätten – was würden Sie tun?
100 Stunden frei, das klingt so nach Countdown, nach Vanitas. Ich würde wohl herumlümmeln, tagsüber alleine – Bildschirme, Bücher – und abends mit Freunden: Biere, Billard.
Auf welche Droge können Sie nicht verzichten?
Facebook.
Wem würden Sie gerne mal einen Drink spendieren?
Arthur Schopenhauer. Und seinem Pudel eine Schale Wasser.
Welche Frage treibt Sie gerade um?
Wann werde ich das nächste Mal entspannt mit Freunden auf dem Tempelhofer Feld grillen können?
Was können Sie besonders gut?
Marinieren.
Dieser Text erscheint am 30. August 2015 in "Causa". "Causa" ist eine neue Publikation des Tagesspiegels, die Sie auch als E-Paper lesen können.