Werbekampagnen von Entsorgungsbetrieben im Vergleich : Klappe auf!

Wie bringt man Menschen dazu, Müll zu trennen? Gar nicht so einfach. Entsorgungsbetriebe setzen daher auf witzige Werbekampagnen, um Unappetitliches salonfähig zu machen. Ein Vergleich.

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Welcher darf's denn sei`? Die BSR setzt auf ungewöhnliche Werbung für Mülleimer.
Welcher darf's denn sei`? Die BSR setzt auf ungewöhnliche Werbung für Mülleimer.Foto: dpa

Die Geschichte beginnt mit einem Doppelgänger. Es ist ein kleiner rundlicher Mann mit dunklem Haar und einem dünnen Bärtchen, der blickt 1999 von den Plakatwänden der Stadt. Er trägt Orange, die Arbeitskluft der Berliner Stadtreinigung. Darunter steht: „Saturday Night Feger“, „Drei Wetter Tough“ oder „Fleiß am Stil“. Viele finden das witzig.
Über Nacht werden die Straßenfeger und Müllmänner in der Stadt, die bislang quasi unsichtbar waren, zu Persönlichkeiten. Sie werden angesprochen. Ganz besonders der Straßenfeger Andreas Trödel, der aussieht wie der Mann auf dem Plakat, es in Wirklichkeit aber nicht ist. Der vermeintliche Straßenfeger auf dem Plakat arbeitete nämlich als Grafiker in der Werbeagentur, die für die Kampagne verantwortlich war.

"We kehr for you" ist noch nach 15 Jahren bekannt

Das amüsiert BSR-Kommunikationschefin Sabine Thümler noch immer ein bisschen, jetzt, da sie davon erzählt. Tatsächlich gibt es wohl keine BSR-Kampagne, die so erfolgreich war wie diese. Der Slogan „We kehr for you“ ist selbst mehr als 15 Jahre später vielen Berlinern im Gedächtnis.
Auch in Hamburg oder München wurde dieser Weg eingeschlagen: Sprüche, die auf Mülleimern, Müllautos oder Plakatwänden prangten und fast schon Kultstatus erreicht haben. Stadtreinigungen und Abfallwirtschaftsbetriebe, die sich in der öffentlichen Wahrnehmung von einem drögen Kommunalbetrieb zu einem sympathischen Unternehmen entwickelt haben. Dabei beschäftigen sie sich mit eher unappetitlichen Themen: Müll, Dreck, Hundehaufen.

Den vollständigen Text und finden Sie auch in Tagesspiegel "Causa" vom 28. Juni 2015, einer neuen Publikation des Tagesspiegels. Sie können "Causa" auch als E-Paper lesen.

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