Worte mit Wirkung : Franz Josef Strauß: "Ratten und Schmeißfliegen"

Mit diesem Satz aus dem Jahr 1978 wurde Franz Josef Strauß zur Hassfigur der Künstler und Intellektuellen.

Angela Böhm
Franz-Josef Strauß während einer Rede.
Franz-Josef Strauß während einer Rede.Foto: dpa

Der Wahlkampf in Bayern war auf dem Höhepunkt – und Franz Josef Strauß geladen. Im Bierzelt auf dem Schützenplatz in Kronach ließ er es vor 5000 Zuhörern drei Stunden lang krachen. Es war Samstag, der 29. Juli 1978. In elf Wochen sollten ihn die Bayern zu ihrem neuen Ministerpräsidenten wählen.

Ein paar Tage zuvor hatten die SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Böddrich und Klaus Warnke auf 64 Seiten sämtliche Strauß-Affären dokumentiert, garniert mit diversen Ratten-Zitaten. Mal beschimpfte er die politischen Gegner als „rote Ratten“, mal als „rote Wühlmäuse“. Das Heft mit dem Titel „F. J. Strauß im Zwielicht der Geschichte“ gab der Schriftsteller Bernt Engelmann heraus. Der unterstellte Strauß obendrein eine „braune Vergangenheit“: Er sei gegen Ende des Krieges „Offizier für wehrgeistige Führung“ gewesen. Engelmann hoffte, dass der CSU-Chef deswegen gegen ihn prozessieren werde.

In der Tropenhitze des Zelts redete sich Strauß in Rage

In Kronach ging Strauß sofort lautstark auf Engelmanns Vorwürfe ein. Daran erinnert sich Rudi Daum (90) im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Als CSU-Lokalmatador hatte der langjährige Landtagsabgeordnete den Parteivorsitzenden damals willkommen geheißen. Strauß polterte: Keinen Tag lang sei er NS-Führungsoffizier gewesen! Es herrschte eine Tropenhitze im Zelt.

Immer wieder kam er auf die Vorwürfe zurück. Erst beschimpfte er Engelmann als „Dreckschwein“. Dann redete er sich weiter in Rage...

Der vollständige Text findet sich in "Causa" vom 10. Mai 2015 - einer neuen Publikation des Tagesspiegels, die jeden Sonntag erscheint. Die aktuelle Ausgabe können Sie auch im E-Paper lesen.


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