Meinung : CDU-Finanzen: Was für Pfuscher

bib

Nehmen wir mal an, die Geschichte stimmt so, wie sie Angela Merkel und ihr Bundesgeschäftsführer Willi Hausmann erzählen. Da hat also Hausmann lange per Anwalt mit dem Ex-Schatzmeister Walther Leisler Kiep über Wiedergutmachung verhandelt. Merkel wusste das, wenn auch nicht im Detail. Kiep hat sich im Prinzip bereit erklärt, zu zahlen. Es kam Geld, aber zugleich jener sonderbare Brief, in dem Kiep die Million vage mit Hinweisen auf mutmaßlich bei ihm verbuchtes CDU-Geld in Verbindung brachte. Dann hat Hausmann Merkel von dem Geld erzählt, aber nicht von dem Brief. Dies ist der erste Punkt, an dem unsere Gutgläubigkeit strapaziert wird. Der Bundesgeschäftsführer sagt selbst, er habe sofort eine Sensation gewittert: dass nämlich Kiep nun doch zugibt, an der "Norfolk"-Schwarzgeldkasse in Liechtenstein beteiligt gewesen zu sein. Aber weiter: Hausmann lässt bei Kiep nachfragen und bekommt nur die unklare Antwort, eine Spende sei die Million jedenfalls nicht. Es folgt der bekannte Ablauf - Information des Bundesvorstands, Merkel sagt der Presse nichts, die Sache wird aber ruchbar. Merkel reist derweil durch die USA. Erst nach ihrer Rückkehr kapiert sie so richtig, was passiert ist. Das ist der zweite Punkt: Hat keiner Merkel gesagt, wozu ein Telefon gut ist? Wenn wirklich alles so war, dann sind Merkel und ihre ganze Truppe in der Tat keine auf frischer Tat ertappten Vertuscher. Aber was für Pfuscher!

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