CDU in Brandenburg : Rüffel von oben

Hat es das schon mal gegeben? Ein CDU-Generalsekretär, der öffentlich einen Landesverband abwatscht?

Gerd Nowakowski

Ein Generalsekretär, das markiert die Bedeutung des Vorgangs, ist gemeinhin einer, der die Konkurrenz als Mann fürs Grobe attackiert. Wenn Ronald Pofalla nun den Brandenburger Parteifreunden die Ohren langzieht, zeigt das die Unruhe, die sich in der Bundespartei breitmacht. Dem selbstzerstörerischen Treiben der Christdemokraten kann die Bundes-CDU nicht unbeteiligt zusehen. Der Grabenkampf, der vor allem vom Lager um den ehemaligen Landes-Generalsekretär Sven Petke geschürt wird, bringt die Brandenburger CDU um alle Chancen bei den Kommunalwahlen im Herbst. Was für ein Niedergang: Vor fünf Jahren wurde die Union unter der Führung von Innenminister Jörg Schönbohm sensationell stärkste Kraft in den Rathäusern. Die Union überzeugte damals mit glaubwürdigen Reformvorschlägen gegen den nachsozialistischen SPD-Schlendrian von Ministerpräsident Manfred Stolpe. Nun muss der resignierte Schönbohm erleben, wie die Enkel sein Erbe verspielen und wie fantasiert wird, die Regierungsbeteiligung der CDU habe nichts gebracht. Die Union war schon einmal Splitterpartei – welches Potenzial da ist, hat Schönbohm bewiesen. Wer aber nun seinen Wählern „bitte, wählt uns nicht“ signalisiert, der landet sehr schnell wieder in der Bedeutungslosigkeit. gn

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