CDU ist stärker als die SPD : Im Übergang

Historische Wende: Zum ersten Mal in der Nachkriegszeit ist die CDU hinsichtlich ihrer Mitgliederzahl stärker als die SPD. Aber auch der CDU laufen die Anhänger davon. Die einstigen großen Volksparteien sind auf dem Weg Fraktionsparteien zu werden.

Nun ist es passiert, das lange Unvorstellbare. Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte ist die CDU die stärkste Partei in Deutschland, stärker als die SPD, wenn auch knapp. Und wie stark die früher war! 1976, zu Zeiten von Willy Brandt und Helmut Schmidt, hatte die Sozialdemokratie 1,022 Millionen Mitglieder, heute sind es weniger als 530 000. Fast halbiert wirkt wie amputiert. Das sagt viel aus über die Entwicklung des Landes, der Politik, die Bedeutung der SPD. Die Gesellschaft hat viel von ihr profitiert, weshalb sie neue Wählerschichten gewinnen muss, ohne ihre lange Tradition zu verlieren. Zumal sich die CDU fortwährend sozialdemokratisiert, sogar schon – in NRW – als Arbeiterpartei profiliert. Doch auch sie büßt Mitglieder ein. Darum ist es wohl so, dass sich die Volksparteien in einem Zustand befinden, den vor 14 Jahren der CDU-Stratege Peter Radunski vorhergesagt hat: im Übergang von der Mitglieder- und Massenorganisation zur „Fraktionspartei“. Sie werden zum Dienstleister für Mandatsträger. Und je mehr es von denen gibt, desto weniger schwindet der Einfluss der Parteien. cas

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