Meinung : CDU-Parteitag: Starke Worte, schwaches Selbstbewusstsein

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Auch wenn er noch den Segen eines großen Parteitags braucht - jetzt ist er förmlich ins Amt eingesetzt, der Mann, von dem sich die CDU mehr Biss verspricht, der statt mit dem Tretroller mit dem Bagger vorfahren soll. Doch wer sich die CDU anschaut, dem fällt es schwer, das zu glauben. Und das liegt nicht am neuen Mann, nicht an Laurenz Meyer. Es ist seine Partei selbst, der man die Vorstellung nicht abnimmt - trotz der starken Worte, die hier fallen. Basta!, rufen Merz und Merkel dem Kanzler zu. Es reicht. Und dass man sich von ihm nicht die Themen diktieren lasse, über die zu reden sei. Die starke Vokabel ist von der anderen Seite geborgt. "Basta" ist ein Kanzlerwort, von Schröder auf die Gewerkschaften und die Rentendebatte gemünzt. Die CDU, die seit Merzens Leitkultur glaubt, die Begriffe wieder zu besetzen, wie einst zu Heiner Geißlers Zeiten, leiht sie sich vorerst vom Gegner. Das ist kein Zeichen von Stärke - ebenso wenig wie die Erklärung, man lasse sich dieses und jenes von der anderen Seite nicht bieten. Über so etwas redet man nicht, das macht man. Eine merkwürdige Verzagtheit wird spürbar in der Union, die doch endlich, zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl, durchstarten will. Angela Merkel beteuert immer wieder, man habe nichts zu fürchten als sich selbst. Doch um die Furcht vor sich selbst zu verlieren, braucht die Union mehr und anderes als Meyers Biss.

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