CDU und Stammzellen : Bücklinge

In der Stammzell-Debatte kommt die Union ans Ende der Prinzipienfreiheit.

Die CDU unterschätzt das Problem, das sie jetzt mit der katholischen Kirche hat. Taktisch und strategisch brennt der Busch. Ihr Beschluss in der Stammzellendebatte lässt sich nicht so einfach uminterpretieren, wie es gerade ein paar Christdemokraten – sicher auf Geheiß der Führung – versuchen. Das nährt vielmehr noch den Eindruck, als hätten sich auf dem Parteitag von Hannover viel zu viele geduckt und lieber nichts gesagt. Nein, ihr Werterelativismus ist in der Welt und wirkt nach. Hannover als Menetekel. Politik als Dominanz der Beliebigkeit. Ein Grundsatzprogramm, das in einer existenziellen Frage gerade mal drei Stunden gilt. Die (Wert-)Konservativen kommen irgendwann doch an das Ende aller Prinzipienfreiheit. So eine politische Entscheidung kann es sein. Partei heißt nämlich, ein Teil des Ganzen zu sein. Dieser Teil definiert dann, wofür er eintritt, damit sich die Wähler ein Bild machen und handeln können. Die CDU im Streit mit der katholischen Kirche – das kann durchaus bittere Folgen bei ihren Wählern haben. Denn die Zahl der befremdeten Katholiken können die Protestanten und die Nichtchristen nicht aufwiegen, zumal die eher im Osten der Republik beheimatet sind. Ein Bückling vor dem Zeitgeist ist manchmal schlicht die falsche Haltung. cas

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