Meinung : CDU-Wahlkampf: Am eigenen Schopf

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Die Berliner CDU ist in schlechter Verfassung. Das ist nach dem Machtverlust im vergangenen Jahr kein Wunder. Die Frage ist: Wie kann sie wieder zu Kräften kommen? Der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen gibt im Mai auch den CDU-Landesvorsitz auf. Um die Nachfolge wird gerangelt. Nun will Diepgen die Berliner CDU bei der Bundestagswahl anführen, aber die Partei kreidet ihm den Schlamassel um die Parteispenden- und Bankenaffäre an. Am Sonnabend muss er in der Landesvertreterversammlung um Platz eins der Landesliste zur Bundestagswahl kämpfen. Die Vorentscheidung fiel zwar schon im Landesvorstand, aber das knappe Votum für Diepgen und gegen Günter Nooke aus dem Osten Berlins illustriert die tiefe Unzufriedenheit und Verunsicherung in der Partei. Diepgen hat sich als Direktkandidat gegen Nooke im Prestige-Wahlkreis Mitte durchgesetzt. Die CDU hat Nooke nach Pankow verwiesen und lässt ihm den Listenplatz zwei. Ist das etwa nichts? Im Westteil ist die CDU stärker als im Ostteil Berlins, deshalb hat Diepgen die stärkeren CDU-Truppen. Nach Lage der Dinge kann sich die CDU ihre Wahlchancen nicht durch Diepgen, sondern nur durch innere Zerwürfnisse vermasseln.

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